Junge mit Seifenblasen

PRYVIT! HALLO!

Pryvit heißt auf Ukrainisch Hallo - wir sagen Pryvit und freuen uns sehr, Sie hier über unsere Arbeit für die Kinder von Tschernobyl informieren zu können.

Bereits 34 Jahre ist es her, dass sich das furchtbare Atomunglück in Tschernobyl ereignete. Doch noch immer leiden die Menschen vor Ort unter der verheerenden Katastrophe. Gesundheitlich, wirtschaftlich und sozial.

Wir geben mit unserem Projekt den Kindern und ihren Familien dieser vergessenen Region eine neue Perspektive. Helfen Sie uns dabei! Erfahren Sie hier, wie Sie uns unterstützen können.

News

Flüchtlingshilfe

Über den Verein "Pryvit - Hilfe für Tschernobyl-Kinder e.V.“ existiert direkter Kontakt zu unseren Tschernobyl-Kindern und ihren Familien. Nachdem die Lehrerin Alla Dzedzenko aus Narodychi mitsamt ihrer Familie bereits am Sonntag, dem 27.2. in Ahrensburg eingetroffen ist, machen sich nun auch etliche unserer Tschernobyl-Kinder (die zum Teil inzwischen erwachsen und selbst Eltern sind) und ihre Familienangehörigen auf den Weg. Die erste Gruppe ist bereits am Mittwoch, dem 8. März in Hamburg angekommen, weitere folgen, fast täglich.

Wir möchten diese Menschen, die uns ja überwiegend bekannt sind, ungern in Massenunterkünfte wie die Messehallen schicken und suchen also für sie eine Bleibe.

Wir suchen bevorzugt, aber nicht ausschließlich, im Raum Ahrensburg/Großhansdorf, weil den Kindern, die zum Sommer-Aufenthalt hier waren, diese Region bereits vertraut ist, weil etliche Vereinsmitglieder hier wohnen und weil die eher ruhige Gegend unseren Dorfkindern sicher entgegenkommt.

Wenn Sie Wohnraum anzubieten haben, schreiben Sie uns bitte. Wir wüssten von Ihnen dann gern ein paar Dinge, damit wir kommunizieren können und es passt:

  • Name, Adresse, Mailadresse, Telefon
  • Was können Sie anbieten (Zimmer, Bettenzahl)?
  • Für welchen Zeitraum können Sie sich das vorstellen?
  • Leben bei Ihnen Kinder, wenn ja, in welchem Alter?
  • Können Sie sich vorstellen, Kinder aufzunehmen?
  • Gibt es bei Ihnen WLAN?
  • Möchten Sie uns noch weitere Informationen geben?

Falls Sie nicht zufällig Ukrainisch oder Russisch können, ist die Kommunikation auch kein Problem. Mit der App „Google Translate“ geht das prima. Und manche sprechen sogar etwas Englisch.

Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Mail an ihre Freunde/Kollegen weiterleiten.

Außerdem sind weiterhin Spenden auf unser Vereinskonto sinnvoll. Wir finanzieren damit zurzeit benötigte Sachgüter für unsere Flüchtlingsfamilien und übernehmen für die erste Zeit einen Teil der Lebenshaltungskosten für die Flüchtlinge in finanzschwachen Gastfamilien.

Herzliche Grüße

Der PRYVIT Flüchtlingsrat

 P.S. Der Aufruf für Humanitäre Hilfe in der Ukraine hatte ein riesiges Echo: Am Donnerstag, dem 10. März sind aus Ahrensburg fünf große Transporter mit Anhängern gestartet, die Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht haben, davon ein Teil direkt nach Narodychi. Auch das Krankenhaus dort wurde mit speziellem Bedarf versorgt. Allen Spendern und Organisatoren ein großes Dankeschön!

Aktionen im Coronajahr 2021                     

Auch in diesem Jahr konnten wir coronabedingt noch keinen PRYVIT-Sommer durchführen, was uns sehr geschmerzt hat, vor allem für die Kinder, die das so nötig haben und sich so sehr wünschen. Aber im nächsten Jahr soll und kann es nun wieder richtig losgehen. Wir wollen die Kinder in Narodychi im Januar besuchen, neue Familien kennenlernen und Weihnachtspäckchen verteilen. Und für den Sommer 2022 haben wir das Schullandheim schon fest gebucht, vom 6. bis 27. August.

Doch auch in diesem Jahr haben wir die Familien unserer Tschernobyl-Kinder gut versorgt - mit Ihrer Hilfe. Unsere 3.Lebensmittelaktion konnten wir im März erfolgreich durchführen, und im September gab es zum Schulanfang zum 2. Mal Schreibwaren für alle Schulkinder, dank Alla Dzedzenko, der Lehrerin, die vor Ort mit viel Engagement die Verteilung organisiert hat.

Es ist uns ein Rätsel, wie Alla das diesmal geschafft hat, nach dem schweren Autounfall im August mit dreiwöchigem Krankenhausaufenthalt. Und wir sind froh, dass wir unserem „Engel von Narodychi“ durch eine private Spendensammlung wenigstens die größte finanzielle Not lindern konnten. Allen Spendern großen Dank dafür!

Außerdem haben wir im Mai über die Lutherkirche in Bahrenfeld Tschernobyl-Kinder in Belarus mit Medikamenten versorgt.

Im Sommer hatten wir auch wieder ein Kleiderdepot eröffnet und dann nach wochenlangem Sortieren und Packen insgesamt 98 Kleiderpakete in die Ukraine geschickt mit einem Gesamtgewicht von 1,7 Tonnen. Viel Spaß hat es uns gemacht, darin auch Reis und Spaghetti, Schreibwaren, Drogerieartikel, kleines Spielzeug und Kuscheltiere zu verstecken. Die Kinder haben sich sehr gefreut und uns kleine Videos mit „bolschoi spaciba!“ (vielen Dank) und „dankeschoon“ geschickt, auch Fotos, auf denen sie die Geschenke um sich herum ausgebreitet haben. Wir sind sehr froh, dass alles immer heil und sicher ankommt, auch dank unseres großartigen Transporteurs Konstantin.

Die Mitgliederversammlung am 11. September, zu ungewohnt spätsommerlicher Zeit, war schwach besucht aber von guter Laune getragen und inhaltlich erfolgreich. Alle Vorstandsmitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt. Gute Ideen für die Zukunft gab es auch – und reichlich leckeren Kuchen.

Nach den Herbstferien starten wir dann wieder die Weihnachtspäckchen-Aktion. Eine Klasse vom Charlotte-Paulsen-Gymnasium hat sich schon bei uns gemeldet und freut sich sehr auf das Packen. Die Stimmung bei diesem „Event“ ist immer ausgesprochen engagiert und fröhlich. Auch das Heinrich-Heine-Gymnasium wird sicher wieder dabei sein.

Uns liegen die Kinder der Tschernobyl-Region am Herzen, und wir freuen uns, wenn Sie weiterhin an unserer Seite sind, auch und gerade in dieser Corona-Zeit. Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund und wohlgemut!

Einen sonnigen Herbst wünscht     

Ihr PRYVIT-Team im Oktober 2021

Februar 2022:

Ein großes „Dankeschön“ aus der Ukraine!

Das hören wir auf den Videos, sehen wir auf den Fotos, die uns jetzt erreichen. Die Kinder in der Tschernobyl-Region haben in diesen Tagen erst ihre Weihnachtspäckchen bekommen. Aber dort wird das ukrainische Weihnachtsfest ja auch erst am 7. Januar gefeiert.

140 Päckchen wurden hier im Advent gepackt. Schüler des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums hatten Spenden abgegeben: Mützen, Schals und Handschuhe, Schreibwaren und Drogerieartikel, kleines Spielzeug und etwas Schokolade. Die Klassen 5c (Nina Pätzig und Katharina Prinz) und 6b (Kathrin Lenk) hatten dann mit großem Engagement weihnachtlich beklebte Schuhkartons gefüllt. Auch das Heinrich-Heine-Gymnasium in Poppenbüttel hatte sich beteiligt. Im Dezember wurden die Päckchen per Lkw in die Ukraine transportiert und in den letzten Januartagen an die Kinder der Tschernobyl-Region verteilt.

Seit 10 Jahren kümmern wir uns um die Kinder aus der Tschernobyl-Zone rund um das Dorf Narodychi. Die Gegend ist immer noch stark radioaktiv verstrahlt, obwohl der Reaktorunfall inzwischen mehr als 35 Jahre zurückliegt. Die Menschen, die dort heute noch leben, sind zu arm um anderswo hinzuziehen. Es sind zum großen Teil Bauernfamilien, die sich von dem ernähren, was auf ihrem verstrahlten Boden wächst. Meist haben sie eine Kuh, zwei Schweine und ein paar Hühner. Durch die stete Strahlenbelastung ist ihr Immunsystem geschädigt, etliche Kinder sind Waisen oder Halbwaisen, da viele Eltern früh an Krebs sterben.

Die Infrastruktur ist nach dem Reaktorunfall zusammengebrochen. In der einst prosperierenden Gegend liegen Atomindustrie, Landwirtschaft und Tourismus darnieder. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Perspektivlosigkeit setzt den Menschen zu, denn hier wird staatlicherseits nichts mehr investiert. Die Region ist verloren und blutet aus. Jedes Mal, wenn wir dort sind, sehen wir mehr verfallene Häuser. Das ist deprimierend. Mit unserem Engagement bringen wir etwas Licht in die armen Hütten.

Wir haben die Familien in der Coronazeit mit Kleidung, Nahrungsmitteln, Drogerieartikeln und Schulsachen versorgt. Eine Lehrerin des örtlichen Gymnasiums hat die Pakete in den weit verstreut liegenden Dörfern verteilt. In diesem Sommer hoffen wir wieder 20 Kinder in das Schullandheim Erlenried in Großhansdorf einladen zu können, wo sie sich dann drei Wochen lang erholen dürfen, von Ärzten untersucht und behandelt werden und Ausflüge unternehmen. Und sicher können sie auch wieder einen Tag am Unterricht des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums teilnehmen. Diese Schule unterstützt die Arbeit unseres Vereins – ganz im Sinne ihrer Namenspatronin Charlotte Paulsen, der Sozialreformerin: „Charlotte hilft.“

Ihr PRYVIT-Team